Mitgliederthemenabend: Erkelenz von A bis Z
Der Kulturförderung kommt in Erkelenz eine große Bedeutung zu. Wenngleich die vielfältigen kulturellen Aktivitäten überwiegend vom Ehrenamt und von privaten Initiativen getragen werden, werden diese durch die Bereitstellung kommunaler Infrastruktur und hilfreicher Angebote unterstützt. Im Jahr 2007 hat die Stadt Erkelenz mit der Gründung der Kultur GmbH die Aufgaben der Kulturförderung in einem eigenen Unternehmen gebündelt. Christoph Stolzenberger als ihr Kulturmanager und Prokurist berichtete in der Veranstaltung „A bis Z“ des CDU-Ortsverbands Erkelenz von der Arbeit der Kultur GmbH.

Bekannt ist sie insbesondere als Vermieterin der Stadthalle, in der über 100 Veranstaltungen pro Jahr stattfinden, wie etwa Karnevalsveranstaltungen, Theateraufführungen, Hochzeiten oder Pressekonferenzen. Hinzu kommt die Verwaltung der Leonhardskapelle, die wöchentlich zu acht verschiedenen Anlässen genutzt wird.

Der Aufgabenbereich der Kultur GmbH reicht jedoch weiter auch auf die Kulturberatung und auf die Förderung dessen, „was es schwer hat“. Dabei reicht die Beratung von PR- und Marketingfragen über Desktop Publishing, Plakate und GEMA-Angelegenheiten bis hin zu verschiedenen sonstigen Fragen. Die Zielgruppe bilden darstellende Künste (Musiktheater, Tanz, Schauspiel, Crossover), Literatur, Bildende Künste (Malerei, Videokunst, Objektkunst) und Musik. Überschneidungen mit anderen Bereichen und Kooperationen, wie mit der Stadtbücherei und der Volkshochschule, existieren ebenfalls. Bekannte Veranstaltungen in Erkelenz sind etwa seit Jahrzehnten das Theaterprogramm, das Serenadenkonzert und die Kunstausstellungen in Haus Spiess, der Lambertusmarkt und das Kindertheater seit 2008. Ab 2016 gibt es zudem beispielsweise ein neues Kabarett.

Nach dem Motto „Ideen ziehen Kreise“ verdeutlichte Stolzenberger, dass der kulturelle Bereich in Teilen einem ständigen Wandel unterliegt und dass einmal beschrittene Wege oft weiter ausgebaut werden. So habe sich etwa das Electrisize-Festival an Haus Hohenbusch in den letzten Jahren zu einem Großereignis entwickelt, das zahlreiche Besucher aus dem Umland anzieht und noch weiter wachsen könnte.

Auch die Unterstützung klassicher Kulturvereine in den Ortschaften, Dörfern und Stadtteilen, des Schützenwesens und des Karnevals gehören zu den Aufgaben der Kultur GmbH, wobei diese oftmals bewusst „nur“ als Vermieter der Stadthalle auftritt, um die künstlerische Freiheit des Vereins zu wahren.

Bei einer Bilanzsumme von 4,15 Mio. Euro erhält die Kultur GmbH jährlich insgesamt 235.000 Euro Zuschüsse von der Stadt Erkelenz und von der Kreissparkasse Heinsberg. In den Nachbarkommunen gibt es diverse unterschiedliche Konstrukte der Kulturförderung, wobei diese teilweise über den Schuletat statt über eine spezielle kommunale Kulturförderung erfolgt. Die Angebote in Mönchengladbach, Aachen, Köln und Düsseldorf stellen aus Sicht von Stolzenberger keine direkte Konkurrenz dar, weil man in Erkelenz die kurzen Wege zu den Veranstaltungen vor Ort schätzt.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung diskutierten die anwesenden Mitglieder auch über den hohen Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements in den Vereinen, der einen unverzichtbaren Beitrag zum kulturellen Leben in Erkelenz leiste. Auch wurde angeregt, die Flüchtlingsintegration mit kulturellen Veranstaltungen zu verbinden.